Ein Migrant kommt im Ausbildungszentrum an, um sich für einen Arbeitsmarktvorbereitungskurs anzumelden, dem er vom Jobcenter zugewiesen wurde. In der Eingangshalle wendet er sich an die Rezeptionistin. Es kommt zu folgendem Gespräch:
Guten Morgen. Mir wurde gesagt, ich soll für den Kurs zu Ihnen kommen.
Guten Morgen, willkommen in unserem Trainingszentrum! Welchen Kurs möchten Sie besuchen? Wir haben verschiedene Kurse hier ... Haben Sie ein Zuweisungsformular?
Hier ist mein Asylantrag! Ich wurde in meiner Heimat politisch verfolgt und habe deshalb meine Heimat verlassen. Jetzt will ich hier in Österreich leben und arbeiten.
Sie haben mich falsch verstanden. Ich brauche nicht Ihren Asylantrag, sondern das Schreiben des Jobcenters, in dem Sie unserem Kurs zugewiesen werden.
Ich verstehe! Hier habe ich so ein Schreiben. Ich wurde einem Kurs zugewiesen, damit ich Arbeit bekommen kann.
Ja, das ist das Dokument, von dem ich gesprochen habe. In Ordnung. Sie nehmen an unserem Programm „Bereit für Arbeit" teil. Verstehen Sie, worum es in diesem Kurs geht?
Ich glaube, dass ich lernen werde, wie man besser Deutsch spricht, und andere wichtige Dinge, die man braucht, um eine Arbeit zu bekommen. Und dann werden Sie mir helfen, eine Arbeit zu finden.
Naja, so ähnlich. Sie haben ja schon einen Deutschkurs besucht. Sie sprechen schon ganz gut Deutsch. Bei diesem Kurs geht es jetzt nicht mehr um Sprache, sondern darum, Ihre beruflichen Kompetenzen und Erfahrungen für Arbeitgeber sichtbar zu machen. Unsere Trainer und Beraterinnen helfen Ihnen dabei.
Ich bin Schweißer und habe 10 Jahre in meinem Beruf gearbeitet. Ich glaube nicht, dass ich ein zusätzliches Training brauche.
Es ist toll, dass Sie so viel Arbeitserfahrung vorweisen können! Haben Sie Zeugnisse, die Ihre Qualifikation belegen?
Nein, habe ich nicht. Das Dokument habe ich leider auf der Reise verloren …
Wir helfen Ihnen, Ihren Abschluss in Österreich anerkennen zu lassen. Wir zeigen Ihnen wo und wie. Sie erfahren viel über den Arbeitsmarkt, das Bildungssystem und über Kultur und Gesellschaft in Österreich. Und wir machen mit Ihnen ein Bewerbungstraining.
Das ist sehr gut, danke! Dann finde ich sicher bald eine gute Arbeit. Wann und wie oft muss ich zum Kurs kommen?
Der Kurs dauert 10 Wochen, mit 10 Stunden Gruppenunterricht und Einzelunterricht pro Woche. Den Zeitplan finden Sie in diesem Informationsblatt. Füllen Sie jetzt bitte diese Anmeldung mit Ihren persönlichen Daten aus.
Ich soll meinen Namen und Geburtsort aufschreiben? Kein Problem.
Der folgende Dialog basiert auf einer Situation, die in Italien stattfindet. Diese kann in einem anderen Land entsprechend den dort geltenden Regelungen anders sein. Weitere Informationen finden Sie in den länderspezifischen Informationen zu diesem Modul.
Situation: In einer italienischen Unterkunft hat ein Migrant seit mehreren Tagen starke Bauchschmerzen. Er war bei einem Arzt, der einige Medikamente verschrieben hat, die allerdings nicht geholfen haben. Der Migrant muss einen Facharzt aufsuchen, weiß jedoch nicht, wie er das machen soll. Aus diesem Grund wendet er sich an seinen Sozialarbeiter, der ihm im folgenden Dialog erklärt, wie man eine fachärztliche Untersuchung vereinbart.
Hallo Daniel, ich habe immer noch diese starken Bauchschmerzen. Erinnern Sie sich? Wir waren vor einer Woche beim Arzt, aber die Medikamente, die er mir gegeben hat, wirken nicht. Mir geht es immer noch sehr schlecht. Genau hier tut es weh.
Ich verstehe. Haben Sie die Behandlung befolgt, die der Arzt Ihnen verschrieben hat?
Ja, natürlich. Ich habe 3 Tabletten pro Tag genommen: eine vor dem Frühstück, eine vor dem Mittagessen und die letzte vor dem Abendessen.
Sie sollten einen Facharzt aufsuchen. In Ihrem Fall benötigen Sie einen Internisten. Wissen Sie, wie Sie einen Termin bei einem Facharzt vereinbaren?
Nein, das weiß ich nicht. Niemand hat mir gesagt, wie das geht.
Ich kann Ihnen die Kontaktdaten einer guten Internistin geben, die im öffentlichen Gesundheitswesen arbeitet. Sie können aber auch zu einem privaten Spezialisten gehen. Aber diese ärztliche Beratung müssen Sie bezahlen.
In Ordnung, einen Moment bitte. Ich schreibe das lieber auf. (Nimmt Papier und Stift in die Hand)
Zuerst müssen Sie sich an Ihren Hausarzt wenden und ihn um eine Überweisung zum Facharzt bitten. Mit der Überweisung müssen Sie die Internistin anrufen.
Aber ich spreche nicht so gut. Was ist, wenn man mich am Telefon nicht versteht? Könnten Sie bitte für mich anrufen?
Nein, es ist wichtig, dass Sie das selbst machen. Während Sie anrufen, kann ich gerne - wenn Sie das wollen - neben Ihnen sitzen und Sie unterstützen. Aber ich bin mir sicher, dass Sie das schaffen. Also, machen wir weiter!
Wenn Sie anrufen, werden Sie am Telefon nach Folgendem gefragt werden:
• Ihrem Vor- und Nachnamen;
• Ihrem Geburtsdatum;
• Ihrer Adresse;
• der Nummer, die auf Ihrer Überweisung steht, und der Art der Untersuchung, die der Hausarzt Ihnen bei Ihrer Überweisung verschrieben hat ...
Gut, zum Glück kann ich diese Informationen aus der Überweisung ablesen.
Ja, sehr gut! Danach werden Sie einen Termin vereinbaren. Vergessen Sie nicht, das genaue Datum, die genaue Uhrzeit und den genauen Ort Ihrer ärztlichen Beratung aufzuschreiben. Und wenn Sie zu Ihrem Termin gehen, bringen Sie natürlich Ihre Chipkarte und die Überweisung mit.
In Ordnung. Und können Sie mich dann zur Internistin fahren?
Ich werde Ihnen den Weg auf einem Stadtplan zeigen, Sie können aber alleine hinfahren.
Ah, ich verstehe. Ich habe noch eine Frage: Kostet mich die Untersuchung bei der Internistin etwas?
Nein, mit Ihrer Chipkarte brauchen Sie nichts zu bezahlen.
Das sind gute Nachrichten!
Oh, ich habe noch etwas vergessen! Sie können von Montag bis Freitag zwischen 07:45 und 18:30 Uhr oder am Samstag zwischen 7:45 und 12:30 Uhr anrufen.
Vielen Dank! Sie haben mir viele gute Informationen gegeben. Ich gehe sofort zu meinem Arzt wegen der Überweisung. Ich bin bald wieder da. Dann können wir zusammen anrufen!
In Ordnung. Bitte sagen Sie mir Bescheid, wenn Sie weitere Hilfe benötigen. Tschüss!
Der folgende Dialog basiert auf einer Situation, die in Deutschland stattfindet. Diese kann in einem anderen Land entsprechend den dort geltenden gesetzlichen Regelungen anders sein. Weitere Informationen finden Sie in den länderspezifischen Informationen zu diesem Modul.
Der Polizeibeamte Schultze befindet sich im Dienst auf dem Polizeirevier C. Heute ist er dafür zuständig, Anzeigen von Bürgern aufzunehmen. Ein Mann kommt herein. Seine Tochter hat das Haus gestern Abend verlassen und wird seitdem vermisst.
Guten Morgen. Ich bin Polizeihauptmeisterin Schultze; wie kann ich Ihnen helfen?
Guten Morgen. Ich heiße Igor Khomyakov. Meine Tochter ist verschwunden. Sie ist gestern gegen 16 Uhr mit dem Bus ins Stadtzentrum gefahren. Sie sollte spätestens um 20 Uhr zu Hause sein. Ich mache mir große Sorgen.
Bitte versuchen Sie sich zu beruhigen. Ich werde Ihnen einige Fragen stellen. Versuchen Sie sich darauf zu konzentrieren.
Wie soll ich mich denn beruhigen? Wären Sie ruhig, wenn es Ihr Kind wäre?
Ich kann verstehen, dass Sie sich Sorgen machen. Ich versuche Ihnen zu helfen. Atmen Sie tief durch und lassen Sie mich ein paar Fragen stellen.
Wie heißt Ihre Tochter?
Olga. Olga Khomyakova
Wie alt ist Olga?
13. Ihr Geburtstag ist der 2. Oktober.
Können Sie bitte beschreiben, wie Ihre Tochter aussieht?
Meine Tochter ist ca 1,60 m groß. Sie ist groß für ihr Alter, schlank, hat blonde schulterlange Haare und trägt eine schwarze Brille.
Haben Sie ein Bild von Olga dabei?
Ja, ich habe eins in meiner Brieftasche. Hier bitte. Es ist allerdings fünf Jahre alt. Auf meinem Handy habe ich noch mehr Fotos von ihr, aber das habe ich leider nicht mit.
Wäre es möglich, dass Sie heute noch ein aktuelles Bild nachreichen?
Ja, natürlich. Das mache ich.
Erinnern Sie sich, was sie anhatte, als sie ins Stadtzentrum fuhr?
Olga trug schwarze Hosen, eine grüne Jacke und einen weißen Schal. Sie hatte ihren hellblauen Rucksack dabei.
Hatte sie irgendetwas Auffälliges an?
Nein, ich glaube nicht.
Gab es in letzter Zeit Streit in der Familie oder Ärger in der Schule?
Nein, überhaupt nicht. Sie ist eine sehr gute Schülerin und wir hatten auch keine Streitigkeiten zu Hause.
Besitzt sie ein Handy?
Selbstverständlich.
Haben Sie versucht, sie auf dem Handy zu erreichen?
Ja, aber es ist ausgeschaltet.
Bitte schreiben Sie die Handynummer Ihrer Tochter auf diesen Zettel. Meine Kollegen werden versuchen, ihr Handy zu orten.
(Der Vater schreibt Olgas Handynummer auf.)
Gibt es Orte, an denen sich Olga gerne aufhält?
Ja, den Stadtpark. Dort ist sie oft mit ihren Freunden. Sie treffen sich in der Nähe des Springbrunnens.
Meine Kollegen werden nachschauen, ob sie dort ist. Schreiben Sie mir bitte eine Liste mit ihren Freunden – deren Namen und möglichst ihre Adressen und Telefonnummern.
Das mache ich zu Hause. Ich brauche die Hilfe meiner Frau, da sie Olgas Freunde besser kennt. Ich bringe die Liste danach vorbei.
Hat sie vielleicht einen Freund? Ist sie in einer Beziehung?
Das glaube ich nicht. Einen Freund hat sie nie erwähnt.
Ist sie schon einmal zu spät gekommen? Ist sie vorher schon einmal verschwunden?
Nein, noch nie. Es ist wirklich schlimm nicht zu wissen, was los ist.
Unter welcher Telefonnummer sind Sie erreichbar? Könnten Sie mir Ihre Telefonnummer geben?
Sicher. Unter 0174 6990762.
Die Vermisstenanzeige ist jetzt gefertigt. Wir tun alles, um Ihre Tochter zu finden. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie jederzeit erreichbar sind. Und rufen Sie uns an, wenn Ihre Tochter zu Hause auftauchen sollte.
Auf alle Fälle. Bitte melden Sie sich, sobald Sie Neuigkeiten haben.
Der folgende Dialog basiert auf einer Situation, die in Deutschland stattfindet. Diese kann in einem anderen Land entsprechend den dort geltenden gesetzlichen Regelungen anders sein. Weitere Informationen finden Sie in den länderspezifischen Informationen zu diesem Modul.
Ein Streifenwagen der Polizei folgt einem Fahrzeug. Die Beamten stellen fest, dass der Fahrer nicht angeschnallt ist. Sie entschließen sich ihn anzuhalten und eine Verkehrskontrolle durchzuführen. Die Beamten signalisieren dem Fahrzeug rechts ran zu fahren. Das Fahrzeug hält an und der Streifenwagen hält dahinter. Beide Beamten steigen aus. Einer von ihnen stellt sich an die Beifahrertür und schaut in das Fahrzeug.
(Dieser Beamte spricht den Fahrer nicht an sondern sichert den Partner und beobachtet die Situation – z.B. die Bewegungen des Fahrers. Für den Fall eines Angriffs des Fahrers auf den Beamten, der mit ihm spricht, kann der Beamte an der Fahrertür eingreifen und seinen Partner unterstützen.) Der andere Beamte positioniert sich seitlich hinter der Fahrertür und spricht den Fahrer an. Dieser lässt die Fensterscheibe ein Stück herunter.
Guten Morgen. Ich bin Polizeiobermeister Meyer vom Polizeirevier Dresden Nord. Wir führen eine allgemeine Verkehrskontrolle durch. Bitte stellen Sie den Motor ab.
Guten Morgen. Es tut mir leid. Ich verstehe Sie nicht ganz. Warum haben Sie mich angehalten? Könnten Sie bitte langsam sprechen? Ich bin ein bisschen aufgeregt.
Oh das müssen Sie nicht. Bitte bleiben Sie ruhig. Wir führen eine Routinekontrolle durch. Das dient der Verkehrssicherheit.
Aber warum haben Sie mich angehalten und nicht das Fahrzeug vor mir?
Sie haben eine Ordnungswidrigkeit begangen. Sie haben den Sicherheitsgurt während der Fahrt nicht angelegt. Das stellt eine Ordnungswidrigkeit dar – Sie müssen ein Verwarngeld bezahlen. Haben Sie das verstanden?
Ja. Sie haben Recht. Ich habe den Gurt völlig vergessen. Ich habe es sehr eilig. Ich muss meine Kinder aus der Kita abholen und bin spät dran!
Geben Sie den Verstoß zu?
Was soll ich sagen? Sie haben gesehen, was ich gemacht habe. Warum sollte ich es abstreiten? Was passiert jetzt?
Zunächst möchte ich Ihren Ausweis sehen, Ihren Führerschein und die Fahrzeugpapiere.
Einen Moment. Bitte sehr.
Sie können das Verwarngeld vor Ort bezahlen. Dann bekommen Sie eine Quittung und die Angelegenheit ist erledigt.
Also – mein Rucksack und mein Portemonnaie sind im Kofferraum. Kann ich bitte aussteigen?
Ja, natürlich. Wir begleiten Sie.
(Der Fahrer holt sein Portemonnaie und übergibt der Polizei das Geld.)
Bitteschön.
(Der Beamte nimmt das Geld entgegen und geht zum Streifenwagen, um eine Quittung auszustellen. Zur selben Zeit werden die Personalien des Fahrers über Funk überprüft. Die Überprüfung ergibt keine Einträge zum Fahrer und dem Fahrzeug. Der Beamte geht zum Fahrzeug zurück.)
Hier ist Ihre Quittung. Sie beinhaltet Informationen zu dem Paragrafen der StVO, gegen den Sie verstoßen haben, das heutige Datum, den Betrag den Sie gezahlt haben und meine Unterschrift. Haben Sie noch Fragen?
Nein. Kann ich weiterfahren?
Einen Moment. Kann ich Ihren Verbandskasten, das Warndreieck und die Warnweste sehen?
Ist das nötig? Ich habe es eilig.
Verbandskasten, Warndreieck und eine Schutzweste sind Pflicht in Deutschland. Es ist meine Pflicht sie zu überprüfen.
(Der Fahrer sucht die Gegenstände im Kofferraum und zeigt sie dem Beamten.)
Ist jetzt alles in Ordnung?
Ja, es ist alles in Ordnung. Vielen Dank.
Hier ist Ihr Ausweis, Ihr Führerschein und die Fahrzeugpapiere.
Gute Fahrt. Und denken Sie daran sich anzuschnallen, bevor Sie losfahren.
Ja, natürlich.
(Der Fahrer steigt ins Auto und fährt los.)
(Die Beamten steigen ebenfalls in ihr Auto und setzen Ihre Streife fort.)
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