1. Moduleinführung

Modul 1 befasst sich mit Sprachtraining in interkulturellen Begegnungen mit der Polizei im Straßenverkehr.

Eine Bedarfsanalyse, die im Rahmen des Projekts Vocal-in-Need durchgeführt wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Sicherheitskräfte es als größte Herausforderung betrachten, Regeln zu vermitteln, den Ablauf polizeilicher Handlungen zu erklären und welche Folgen das Nichteinhalten der Regeln nach sich zieht. Sie halten zusätzliches Training für unverzichtbar um Missverständnisse zu vermeiden, die zu kritischen Situationen führen können.

Als Vertreter des Staates verwenden sie üblicherweise formale Sprache, die komplexe Redewendungen enthält, welche für Menschen ohne ausreichende Sprachkenntnisse möglicherweise schwer verständlich sind. Modul 1 bietet eine Reihe von Redewendungen, die die Komplexität des offiziellen Sprachgebrauchs für die Anwendung in Situationen mit Ausländern anpassen, ohne dass die Maxime aufgegeben wird, alle Personen gleichermaßen gemäß landesrechtlicher Regelungen zu behandeln. Modul 1 trainiert Kommunikation auf A2 – B1 Niveau in Anlehnung an den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen. Der länderspezifische Teil enthält komplexe Standardphrasen, wie sie von der Polizei in den jeweiligen Ländern verwendet werden und die zum weiteren Spracherwerb auf B2 – Niveau GER genutzt werden können.

Ziel von Modul 1 ist es, Fertigkeiten zu entwickeln:

  • um ein Gespräch zu beginnen und die Kontaktaufnahme zu begründen;
  • um polizeiliches Handeln in Situationen im Straßenverkehr hinsichtlich verschiedener Fahrzeugkategorien zu erläutern;
  • im Hinblick auf Fragetechniken zur Klärung von Vorfällen;
  • um das polizeiliche Gegenüber in notwendigem Maße über polizeiliches Handeln zu informieren sowie darüber, welche Folgen der Vorfall haben kann;
  • um den Bürger zu beruhigen und eine Basis für eine Zusammenarbeit zu schaffen;
  • um problematische Fälle sprachlich entschieden und freundlich lösen zu können.

Modul 1 beinhaltet drei Szenarien:

 

  1. “Allgemeine Verkehrskontrolle” wobei der Lernende übt, wie
  • man sich vorstellt;
  • man den Grund erläutert, weshalb man jemanden angehalten hat;
  • man einen Bürger beruhigt;
  • man die Konsequenzen eines Verstoßes erläutert;

Es zeigt übliche Verfahrensweisen bei einer Verkehrskontrolle, mit denen ein Ausländer nicht vertraut ist sowie Möglichkeiten, unterschiedliche Erwartungshaltungen durch den Gebrauch von angemessenen sprachlichen Mitteln zu überbrücken.

 

  1. “Fahrraddiebstahl” wobei der Lernende übt wie man
  • den Grund für einen Kontakt erläutert;
  • jemanden belehrt;
  • einen Gegenstand beschlagnahmt;
  • einem Beschuldigten die weitere Vorgehensweise erläutert;
  • mit einem schwierigen Bürger umgeht.

 

  1. “Verkehrsunfall” wobei der Lernende übt wie man
  • einen Verkehrsunfall aufnimmt, an dem ein abgeparktes Fahrzeug beteiligt ist;
  • die entsprechenden Papiere überprüft;
  • die notwendigen Informationen erhält;
  • einen Atemalkoholtest durchführt;
  • polizeilichen Wortschatz erläutert;
  • einen Rat gibt.